PRESSE

WE WANTED THIS TO BE SOMETHING SPECIAL

Kritik und Bericht von Daniela Schuh im „Senf Magazin“ (Ausgabe April 2016)

Senf_Magazin

Interview bei Radio ORANGE 94.0 in der „Kulturschiene“ moderiert von Martin Oberlechner (15. Jänner 2016)

Kritik auf kurier.at von Heinz Wagner (19.01.2016)

Ver-rückte Suche nach Zeit, Raum – und Sinn!

„We wanted this to be something special“ im Theater Drachengasse ist eine witzig-skurrile Performance – nicht zuletzt über die Hektik.

Eine völlig neues Raumgefühl in diesem kleinen Theater, dem kleineren Raum in der Drachengasse. Publikumsreihen auf der Bühne – schräg gestellt. So stehen auch die Reihen unten – dort wo sonst das Publikum in klassischen Frontal-Reihen sitzt.

Auf der Bühne neben Stühlen eine Art Galgen mit einer oben an zwei Punkten aufgehängten großen Metallplatte, die damit relativ frei schwingen kann – und m Lauf der rund 75-minütigen Performance auch immer wieder in Schwingungen versetzt wird – mal werden ihr sanfte, leise Geräusche entlockt, dann wiederum dient sie als Art Riesengong.

Vom Urknall bis zum Kalb
Ist schon dieses Setting samt Live-Geräusch-Musik spannend, so potenziert sich das durch die Auftritte des Schauspiel-Trios. Auf der hochphilosophischen Frage nach Raum und Zeit – und wie war das vor dem Urknall, wenn’s keine Zeit gegeben hat, wie gab’s dann ein vorher? Bis zur eher erdigen Frage, wie junge Kälber, der Mutterkuh entwöhnt, maschinell gefüttert werden, rasen die drei – meist (manchmal agieren sie auch sehr verlangsamt) – durch den Raum inmitten und zwischen den Publikumsreihen.

(Erfundene) Reisen und Wattebällchen
Ticks und blutrünstige Träume, Reisen ans andere Ende der Welt, auch wenn diese am Ende sich eher als erfunden outen, Sternenstaub und Sternexplosionen, Dekonstruktion von Wortbildern – etwa vom Herz, das in die Hose rutscht -, verteilte Wattestückchen, die – zumindest für Momente – flauschig-wohlig-warme real erlebte Empfindungen vermitteln (sollen), ein Moment Stille, in dem dem Publikum angeboten wird, jetzt mit Mama oder Papa telefonieren zu dürfen – nachdem der Schauspieler mit bäuerlich-Südtiroler Herkunft via Kamera vom anderen Ende des Theatersaals auf die Klangplatte projiziert mehrmals von anrufen der Mama erzählt, immer dann, wenn er auf dem Klo gesessen ist.

„We wanted this to be something special“ ist eine witzig-skurrile Performance, ein sehr vergnüglicher Theaterabend in kongenialem Zusammenspiel von Schauspiel, Live-Musik und Raumgestaltung.


VIRGINIA WOOLF

Interview im Ö1 Kulturjournal (23. März 2015) | Ankündigung im Vormagazin (März 2015) | Ankündigung in der NÖN (23. Februar 2015) | Ankündigung im Folder des Kulturnetz Rabenstein (Kulturfrühling 2015) | Titelblatt und Bericht im Bezirksblatt Pielachtal (11./12. März 2015)


BASH

Bericht im Bezirksblatt Pielachtal von Katrin Fischer

Gelungene Inszenierung des Theaterstücks „bash“

RABENSTEIN (kf). Das „E3 Ensemble“ gastierte vergangenes Wochenende in Rabenstein, um das Theaterstück „bash: stücke der letzten tage“ des US-Autors Neil LaBute aufzuführen. In „bash“ erzählen alle Charaktere mit erschreckender Nüchternheit über ihre begangenen Taten und skizzieren dabei ein erschütterndes Bild der modernen Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts. Die Zuschauer – unter ihnen Martina und Claudia Datzreiter, Christoph Janker, Andrea Pils, Thomas Reisenhofer, Karl und Josefa Steineder, Anna, Ernst und Christian Walsberger und viele andere – ging die ehrliche und direkte Spielweise des Ensembles unter die Haut.

Kurzkritik von Frederick Flegel, Theatania (19. Mai 2014)

Ein Wasserhahn tropft in einen Eimer, ein Paar küsst sich lachend, das Baby schläft still.
Der Eimer ist Randvoll mit Blut, der Mann hat einen Mord hinter sich und das Baby ist tot.

Ein Stück über Mörder wie du und ich von Neil LaBute. Drei Geschichten, eine jede ein Geständnis an das Publikum – „Könnt ihr mich hören?“ Drei Schicksale um Job, Beziehung und Hoffnung, drei Morde angelehnt an die griechische Tragödie. Die absurd nüchterne Sachlichkeit der Darstellung, die die sich langsam herausschälende Falschheit immer weniger maskiert und den Zuschauer plötzlich und unmittelbar vor das ganz alltäglich Böse stellt, ist in ihrer Eindringlichkeit kaum zu überbieten.

Das Bild kippt jedesmal, der Wahnsinn wird deutlich und ist so schnell wieder unter Feigheit und Alltagserwartungen verborgen und vergessen. Der Mörder sitzt lachend mitten unter uns. Das Schicksal – eine rote Ampel oder gottgegebene Ordnung, verbesserte Jobchancen, Egoismus oder einfach die Freude an der Rache für enttäuschte Ideale… Letzten Endes spielt es keine Rolle welche Motive hier die Feder führen. Die Verantwortung oder Schuld findet sich nur in der Erwartung der Zuschauer.

Die Spieler*innen des E3 Ensembles führen mit messerscharfer Präzision und einem Sog, der sich bis nach dem lang anhaltenden Applaus zieht, durch einen Abend, der einem noch lange im Gedächtnis bleibt.


REIGEN

Titelblatt und Bericht (11./12. September 2013) im Bezirksblatt Pielachtal | Ankündigung (Woche 35, 2013) und Bericht (Woche 20, 2014) in der NÖN


NACH DEM ENDE

Ankündigung (05./06. September 2012), Titelblatt, Bericht und „Nachgeschenkt“ (17./18. Oktober 2012) im Bezirksblatt Pielachtal


SCHUTT

Kurzkritik von Frederick Flegel, Theatania (21. November 2013)

“Babys wachsen auf dem Müll – wie Pilze. Ich weiß es, denn ich habe eines gefunden.”

Skurril und tief schwarz präsentiert das E3 Ensemble das Debütstück des britischen Dramatikers Dennis Kelly. Die Bühne des Pygmalion Theaters ist leer. Erst nach und nach entspinnt sich aus der Phantasie der beiden Spieler das niederdrückende Szenario, immer unter dem Vorbehalt, nur eine mögliche Version der Wahrheit zu sein.

Es ist der Versuch ungewollter Kinder, Unbegreifliches in verständliche Bilder zu bringen. Es ist der Versuch, die Kontrolle zu erlangen, in einer Welt, die schon längst nicht mehr so funktioniert – noch nie so funktioniert hat, wie sie sollte: Der Vater kreuzigt sich im eigenen Wohnzimmer, die Mutter stirbt mehrmals. Ein Baby wird auf dem Müll gefunden und der eigene Onkel entführt die Geschwister, um sie zu verkaufen.

Letztendlich spielt es keine Rolle mehr, was genau passiert ist. Die Bilder erfüllen ihre bedrückende Wirkung kindlich interpretiert noch eindringlicher und dunkler als das unverstellt Gezeigte es je könnte. Eine beeindruckende Produktion, die hoffentlich nicht nur einmal wieder aufgenommen worden sein wird.